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Handelsblatt Top News 09.02.10, 11:50 HANDELSBLATT

Auf Finanzinvestoren rollt ein Milliardenärger zu

Spektakuläre Pleiten von Firmen, die Private-Equity-Fonds gehören, sind bislang ausgeblieben. Doch die Gefahr wächst in den nächsten Jahren stetig. Beobachter befürchten Pleiten in etlichen Portfolios.

BERLIN. Der gebeutelten Branche der Finanzinvestoren droht eine weitere Krisenwelle. Denn die in den Jahren 2005 bis 2007 mit massiver Verschuldung gekauften Unternehmen benötigen spätestens in zwei Jahren die erste Refinanzierung. Die Stimmen mehren sich, die für diesen Zeitraum eine steigende Zahl von Pleiten unter den ohnehin bereits vielfach angeschlagenen Portfoliofirmen prognostizieren.

"Unsere größte Herausforderung ist der enorme Refinanzierungsbedarf für unsere Portfoliofirmen", warnte Thomas Pütter, Chairman der Allianz-Private-Equity-Sparte ACP. Zwischen 2010 und 2014 dürften Schätzungen zufolge weltweit fast 700 Mrd. Dollar so genannter Leveraged Loans, also Kredite mit denen der Eigenkapitaleinsatz gehebelt wurde, fällig werden. "Das ist ein Thema, dem wir uns mit Notfallplänen und Vorbereitung annähern müssen und nicht mit Hoffen und Beten", appellierte Pütter.

Mit seinen Warnungen steht der Manager, der als eines der wenigen deutschen Schwergewichte in der Branche gilt, keineswegs alleine. Auch die Geldgeber - so genannte Limited Partners (LPs) - treibt das Thema um. "Das große Problem ist, dass diese Kredite alle gleichzeitig in den nächsten Jahren anfallen, der Finanzierungsmarkt aber wohl nicht in entsprechendem Volumen zur Verfügung steht", sagte Peter Schwanitz, Senior Vice President beim Dachfonds Portfolio Advisors. "Man darf davon ausgehen, dass man hier in etlichen Portfolios Pleiten sieht."

Bislang sind diese - allen Unkenrufen zum Trotz - gerade hierzulande weitgehend ausgeblieben. Zwar mussten Portfoliofirmen wie Kion von Goldman Sachs und KKR neue Kreditbedingungen aushandeln. Bei extrem aggressiven Deals wie Bavaria Yachtbau oder dem Dachziegelhersteller Monier übernahmen zudem die Gläubiger das Steuer. Die Alteigentümer erlitten wie beispielsweise PAI Partners einen Totalverlust.

Doch möglicherweise zeigen sich die Auswirkungen der Krise erst in einigen Jahren. Die Finanzierungen aus dem Boom, die in Extremfällen mehr als das Zehnfache des operativen Jahresgewinns (Ebitda) betrugen, werden erst dann fällig. Da häufig äußerst lose Kreditvereinbarungen getroffen wurden und mitunter selbst die Zinszahlung erst zum Ende der Laufzeit fällig wird, droht dann das böse Erwachen.

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